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Texte der Klasse 10c zum Thema "Von zu Hause abhauen"

Keine Zweifel (Denise Knour)

Mein Wecker klingelt. Halb sechs. In einer Stunde stehen meine Eltern auf. Gestern lag ich lange wach. Müdigkeit kriecht durch meine Knochen. Mein Gewissen schläft noch.
Das Wichtigste habe ich gepackt, der Rest bleibt hier. Ich ziehe mich an, mein Schlafsack steht an der Wand. Das Zimmer meiner Eltern ist nebenan. Keine Zweifel.
Das warme Licht der Sparlampe auf meinem Schreibtisch erfüllt den Raum. Ich kann das Rollo nicht hochziehen, doch durch die Lücken sehe ich, dass es schon dämmert. Die Heizung in meinem Zimmer funktioniert nicht, deshalb ist es so kalt hier. Obwohl ich mir einen warmen Pullover angezogen habe, habe ich das Gefühl, dass sich diese Kälte unter meine Haut gräbt. Die Luft riecht wie an dem Sommerabend, an dem wir mit unserer Klasse nach Frankreich gefahren sind. Ich ziehe meine Jacke an. Es wird Zeit.
Warme Kleidung, Schlafsack, Stift, Block, Geld. Ich ziehe mein Portemonnaie aus der Tasche. Der Brief... ohne den fahre ich nicht. Ich knipse die Schreibtischlampe aus. Keine Zweifel.
Ich blicke noch einmal in mein Zimmer. Es schweigt. Es ist, als wollten die Wände lange, dünne Fangarme nach mir ausstrecken, doch sie werden mich gehen lassen. Der Sonnenaufgang schleicht in Streifen über die weiße Tapete. Ungemachtes Bett. Hefte auf dem Boden. In den Ferien wollte ich für Mathe lernen.
Ich reiße mich aus meinen Gedanken und zwinge das Zittern meiner Hände hierzubleiben. Ich hole tief Luft. Meine Tür quietscht. Gestern habe ich geübt, sie lautlos zu öffnen. Ich habe nur einen Versuch. Ich drücke die Klinke herunter.
Bitte... lass den Hund nicht bellen...
Kein Geräusch. Ich atme nicht. Meine Eltern schlafen. Es gibt nur Jetzt. Keine Zweifel.
Die Haustür habe ich gestern Nacht schon aufgeschlossen. Ich schleiche den dunklen Flur entlang. Dann bleibe ich ruckartig stehen.
Klack.
Die Lampe mit dem Bewegungsmelder ist angegangen. Gedankenfetzen springen gegen die Decke. Stille.
Orangene Sonnenstrahlen glitzern in der Glastür. Ich gehe in die Küche und schreibe einen Zettel. Nur einen Satz. Kein Abschiedsschmerz, kein „Bitte macht euch keine Sorgen“. Im Haus ist es ruhig, ich gehe wieder in den Flur.
Es ist nur ein Schritt. Wie der Sprung von der Klippe bei einer Mutprobe. In 15 Minuten kommt mein Zug. Bis bald. Keine Zweifel.
Ich trete hinaus. Wind streift mein Gesicht und hinterlässt kalte Spuren. Der träge Schlaf in meinen Augen versteckt sich in meinem Kragen. Das Haus hält mich fest. Vernunft beißt in meinen Brustkorb. Noch kann ich zurück. Ich atme ein, ein Brennen durchfährt meine Luftröhre. Staub kriecht in meine Nase. Es riecht nach Baustelle.
Die flachen Sohlen meiner Schuhe klopfen auf den Asphalt. Ich hebe einen Stein auf. Ein Stück Heimat. Die Sonne streichelt mein Haar.  Sie gibt mir Sicherheit. Ich beginne, zu rennen. Viertel vor  sieben. Mein Zug ist schon da. Irgendetwas drückt auf meine Lungen. Das Ticket habe ich bereits gezogen. Ich blicke es fragend an. Abenteuer, Sicherheit. Keine Zweifel.
Die Zugtür öffnet sich, eine Menschenwelle schwappt heraus. Der Griff meines Rucksacks gräbt sich in meine Finger. Mein Mund ist trocken, trotzdem versuche ich das, was mir gerade die Luft abschnürt, hinunterzuschlucken. Ich presse die Lippen aufeinander und denke an meinen Plan.  Keine Gedanken, kein Zögern, keine Zweifel.
Ich steige in den Zug ein. Der Boden scheint sich an meinen Füßen festzuhalten. „Die Türen schließen selbsttätig“, grinst mir ein Schild entgegen. Wir fahren ab. Die Städte um mich herum werden jetzt mit jedem Meter größer. Ich schlucke noch einmal. Ein heißes Gefühl breitet sich in meinem Körper aus.
Mein Gewissen ist aufgewacht.

 

Ohne Titel (Kerstin Wolff / Yasemin Altunay)

Es fühlt sich nicht falsch an, als ich die Tür zuschlage. Ich habe kein Schlechtes Gewissen, wieso auch? Alles was ich brauche, habe ich in einer kleinen Umhängetasche.
Es war keine Entscheidung von jetzt auf gleich gewesen. Ich habe diese Sache lange vorher geplant gehabt. Bis ins kleinste Detail. Das was passiert war, bot mir die perfekte Entschuldigung.
Natürlich habe ich Zweifel. Irgendwo tief in mir. Wer würde keine haben? Eine ungewisse Zukunft, da konnte der Ablauf noch so perfekt geplant sein, war riskant. Sie war gefährlich und unberechenbar. Ich habe nie erwartet, dass das Leben für mich einfach werden würde. Oder für irgendjemand anderes. Jeder hat … seine Bürde zu tragen, sein Stück vom Kreuz. Mit der Zeit lernt man damit zu leben, oder zu überleben.
Es ist auch nicht die Rache an meinen Eltern, die mich gehen lässt, oder die Wut, die mich Schritt für Schritt voran bringt. Nein, es ist die Entschlossenheit. Das Wissen, dass sie ohne mich besser zurechtkommen werden.
Ich kann mein Leben leben. Ich kenne die richtigen Leute, werde mein Hobby zum Beruf machen, irgendwann eine kleine Wohnung besitzen. Ja, vielleicht werde ich mich irgendwann dazu überwinden, mich zu entschuldigen für das, was ich gerade mache.
Ich weiß, dass es falsch ist, auch wenn es sich anders anfühlt. Ich bin sechzehn, mir stehen alle Türen offen. Also … wieso zögere ich?
Ich kann es nicht erklären. Es fühlt sich an, als wenn ein Band an mir befestigt ist, dass mich immer dann zurückwirft, wenn ich weit genug gekommen bin, um zu gehen.
Ich bin hin und her gerissen zwischen dem, was moralisch richtig ist, und dem, was ich will. Moralisch richtig wäre es, umzukehren und über das Problem zu reden. Ich sollte über meinen Schatten springen, meinen Stolz vergessen, die Entschlossenheit überwinden und dahin zurückkehren, wo ich wohne, wo man mich erwartet. Moralisch richtig wäre es, mich zu entschuldigen, für alles, was ich meinen Eltern an den Kopf geworfen hatte, für mein ganzes Dasein.
Was ich will, ist ganz einfach.
Ich will gehen. Ich will das Haus verlassen, die Personen, mit denen ich gelernt habe zu Leben. Ich will die Freiheit spüren, losgelöst von dem Zwang, weg von Problemen. Einfach nur ich selbst sein.
Aber das ist nicht fair. Nicht fair den Leuten gegenüber, die für mich gesorgt haben, als ich es nicht konnte.
Es ist nicht fair gegenüber meiner Mutter, mit der ich zwar viel streite, aber die für mich da ist, wenn ich krank bin. Es ist nicht fair gegenüber meinem Vater, der alles für mich macht, egal worum ich ihn bitte. Es ist auch nicht fair meinen Brüdern gegenüber, die kindisch und arrogant sind, aber immer hinter mir stehen werden, egal was kommt.
Es ist einfach nicht fair.
Aber ich will es so sehr. Alles ist doch geplant! Die Zugkarten gekauft, das Hotel reserviert. Ich habe genug Geld, um mindestens drei Jahre zu leben.
Ist es möglich, dass selbst wenn man etwas so sehr will, so sehr, dass man seine Familie aufgeben würde, man es dennoch sein lässt? Dass man über Differenzen hinwegsieht und einfach dahin zurückkehrt, wo man auf dich wartet? Dass man seinen Fehler einsieht? Geht das?
Ich komme nicht einmal bis zur ersten Straßenecke.


Ohne Titel (Sarah Frank)

Allein von zu Hause weg. Das hab ich noch nie getan. Heute? Soll ich es tun? Was kann passieren? Ich bin doch alt genug. Jeder andere war schon allein in...ach sonst wo.
Ich nehme meine Tasche, darin ein Block, Mäppchen, eine Flasche Wasser und mein Portemonnaie.
Ich gehe.
Der erste Schritt. Es ist ein Schritt, den ich jeden Tag in meinem Leben gehe, aber heute... neu.
Es ist ein wackeliger Schritt.
Ich atme durch. Jetzt nur noch weiter gehen, nicht umdrehen.
Die Luft tut gut. Das Aroma der Sonne ist heute besonders stark. Die Farben der Dinge bunter, neu gestrichen.
Ich schalte meinen Mp-3 Player an. Ruhige Musik.
Mein Herz schlägt wieder langsamer.
Geht doch.
Ein flüchtiger Blick auf das Handy. Noch zwei Minuten. Du musst nur einsteigen, wie immer. Die gleiche Strecke, nur diesmal...weiter.
Ein Vogel fliegt langsam an mir vorbei. Links, rechts, über mir, überall. Gezwitscher, Autos, Sägen, Rasenmäher. Stopp.
Der Zug fährt ein. Ich mach es.
Noch sind sie nicht zu Hause, keiner weiß was. Sie werden sich Sorgen machen, dann der Zettel. Die Stimmung, sie wird zu Ärger umkippen. Ich kann zurück, nächster Zug und dann...keiner hätt’s mitbekommen.
Mein Körper; ein Fisch am Ufer. Mein Blick schweift umher, nervös, Vertrautes suchend.
Nichts, alles neu. Stehe auf dem Berg.
Ich bin ein Pinguin, umgeben von Eisbären. Fühle mich beobachtet, werde zum Beobachter.
War das schon immer da?
Kann dieses Kind nicht still sitzen bleiben? Mann.
Türen zu, Klimaanlage aus, Fenster zu. Ich spüre den Fahrtwind.
Aussteigen, jetzt. Der letzte Halt, wo ich jemanden kenne.
Doch nicht?
Eine Baustelle? Nein, dass ist die Tür. Das Signal.
Gehen oder bleiben?


Ohne Titel (Simon Joseph)

Ich schalte das Licht in meinem Zimmer an und gehe langsam und leise zu meinem Rucksack, der mit dem Wichtigsten gefüllt ist. Dann schleiche ich am Schlafzimmer meiner Eltern vorbei und höre, wie sich einer der beiden im Bett herumdreht. Für einen kurzen Augenblick erstarre ich zu einem Eiszapfen, denn ich denke, sie hätten bemerkt, dass ich mein Zimmer verlassen habe. Doch es passiert nichts und ich gelange zur Haustür, die ich möglichst leise aufschließe. Das Treppenhaus ist dunkel und ich suche den Lichtschalter und habe dabei höllische Angst, auf die Klingel zu drücken. Zum Glück habe ich mich für den richtigen Schalter entschieden und begebe mich mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch auf die Straße.
An einer Laterne angeschlossen steht mein Fahrrad, das ich aufschieße und mit dem ich zum nächsten Bahnhof fahren möchte. Es ist eine kalte, wolkenlose Nacht und der eisige Fahrtwind tut im Gesicht und auf den Händen weh. Am Bahnhof angekommen, stelle ich das Rad ab und schaue, wann der nächste Zug kommt. Zum Glück brauche ich nur wenige Minuten warten und steige in das warme, aber menschenleere Abteil ein. Die Türen schließen und der Zug fährt langsam los. Es ist seltsam. Alles kommt mir völlig fremd und ungewöhnlich vor. Noch nie habe ich eine Zugfahrt so wahrgenommen. Als der Zug allmählich zum Stehen kommt, weiß ich, dass ich aussteigen muss. Ich bin am Kölner Hauptbahnhof angekommen und bin mir noch immer nicht sicher, wohin ich möchte.
Nur hier und da kommen mir einzelne Personen entgegen. Alles ist viel ruhiger und leerer als am Tag. Ich suche den nächsten McDonald´s auf, um mir einen warmen Kakao zu kaufen, da ich völlig durchfroren bin. Der Kakao ist noch heiß und ich kann ihn nur sehr langsam trinken. Ich fühle die Müdigkeit und lasse mich etwas tiefer in die Bank rutschen. In meiner Hand der warme Becher und neben mir mein Rucksack. Meine Augen werden schwer und ich merke, dass ich langsam einschlafe.


Ohne Titel (Timo Gadow)

Schon wieder habe ich Streit mit meinen Eltern. Doch nun habe ich es satt.
Ich schnappe mir heimlich einen Koffer aus der Abstellkammer und fange an Klamotten und mein Bettzeug hineinzustopfen. Ich spüre eine beängstigende Art der Selbstständigkeit, die ich sonst von meinen Eltern so erstrebt habe. Ich verdränge es jedoch und beginne zu überlegen, wo ich hingehen soll, wenn ich erst einmal draußen bin. Die Wut über meine Eltern ist allerdings noch zu groß, so dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann.
„Hauptsache weg“, denke ich und schleiche an die Garderobe zum Portemonnaie meiner Eltern. Ich nehme alle Scheine heraus, ohne auch nur einen Anflug von Schuldgefühlen zu verspüren. Ich packe noch einen Laib Brot, ein Messer, Müsli Riegel, die mein Vater so gerne isst, und zwei große Flaschen Wasser in einen Rucksack.
Als ich die Tür leise zuziehe, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken und Hilflosigkeit  scheint Macht über mich gewonnen zu haben. Mit unsicheren, aber schnellen Schritten gehe ich den bekannten Weg zur Bushaltestelle. Dort warte ich kaum fünf Minuten, bis ich in den Bus nach Köln einsteige. Noch immer spüre ich Zorn, doch langsam wird mir bewusst, wie einsam ich bin. Ich laufe ziellos durch die Stadt und mir kommt es so vor, als würden mich die Leute nicht wahrnehmen.
Andauernd schießen mir Bilder von dem Streit mit meinen Eltern durch den Kopf. Warum unterstützen sie mich nicht? Können sie sich nicht in meine Lage hineinversetzten? Ich fühle nur Verachtung.
Mittlerweile ist es dunkel geworden und ich muss mir zum ersten Mal selbst die Frage nach einem Schlafplatz für die kommende Nacht beantworten. Mir fällt spontan nur die U-Bahn ein. Ich orientiere mich kurz und mache mich dann auf den Weg zur nächstgelegenen Haltestelle. Dort angekommen, richte ich mir einen Schlafplatz mit meinem mitgebrachten Bettzeug auf einer Bank ein. Ich lege mich hin und zuerst kommt es mir vor, als läge ich zu Hause im Bett, doch das ständige Krachen der vorbeifahrenden Züge lässt diese Vorstellung verblassen und mit einem trüben Gefühl schließen sich meine Augen und ich schlafe ein.


Von zu Hause weggelaufen (Yasin Kutlugtekin)

Ich weiß nicht wieso.
Es klappt in letzter Zeit gar nichts mehr mit meinen Eltern. Jede noch so winzige Kleinigkeit eskaliert in einem Streit, sei es wenn es um das Aufräumen geht, oder anderes. Meine Eltern finden immer irgendeinen Weg, um mich zu kritisieren. Auch werde ich öfters von meinem Vater geschlagen, aus welchem Grund auch immer. Ich habe die Nase sprichwörtlich voll. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen.
Ich packe meine Sachen in meinen viel zu engen Rucksack und nehme noch den alten Schlafsack mit, den meine Mutter seit unserem letzten Campingausflug in unserem Keller aufbewahrt.
Was in meinem Rucksack reinkommt? Ein paar Schlafanzüge, Unterhosen, einige Jeans und Hemden sowie eine Zahnbürste und Zahnpasta.
Ich mache meinen Rucksack zu und setze ihn mir anschließend auf meinem Rücken.
Darüber kommt noch der eingerollte Schlafsack.
Nun mache ich die letzten Schritte zur Haustür. Da meine Eltern bei einer Benefiz-Gala sind, ist keiner zu Hause.
Es ist so still. Ich höre nur meine dumpfen Schritte und das Knarren vom Fußboden, wenn meine Schuhe darauf kommen. Ich ergreife die Türklinke, gehe raus und ziehe die Tür hinter mir heftig zu.
Noch einmal verfolgen mich die Erinnerungen an die Ereignisse der Vergangenheit zu Hause. Habe ich jetzt das Richtige getan oder soll ich zurück? Noch habe ich die Chance.
Ich gehe nun Richtung Bahnhof. Als ich dort angekommen bin, besorge ich mir schnellstmöglich eine Fahrkarte in die Hauptstadt.
Berlin, vielleicht ein Neuanfang? Was mich dort erwarten wird, ist unklar.
Einige Stunden Fahrt vergehen und ich bin da. Es ist bereits abends und bin schon sehr müde. Ich gehe durch die Stadt, um mir einen geeigneten Schlafplatz zu suchen.
Dort fällt mir eine Gruppe Obdachloser auf. So sehen sie jedenfalls aus. Sie scheinen immens betrunken zu sein. Ich nähere mich ihnen, um mir vielleicht einen geeigneten Schlafplatz zeigen zu lassen.
Nach einer recht lebhaften Diskussion bietet mir einer von ihnen eine Flasche Bier an. Zuvor habe ich es noch nie getrunken, einen Versuch ist es jedoch wert. Bitter... herb... erfrischend... Ich trinke immer mehr und mehr, bis ich dann schließlich mein Bewusstsein verliere.
Es ist Morgen, ich liege in einem Zelt. Diese Obdachlosen müssen mich wohl hierher geschleppt haben. Keinen Guten-Morgen-Gruß oder Ähnliches. Die Freundlichkeit von letzter Nacht scheint verloren. Ich fühle Kälte, Einsamkeit und keine Geborgenheit.
Dort fallen mir wieder meine Eltern ein. All diese guten Zeiten. Erst jetzt wird mir klar, wie gut ich es zu Hause hatte.
Ich habe den schwersten Fehler meines Lebens begangen. Ich muss auf dem schnellsten Weg zurück und meinen Eltern sagen, dass es mir leid tut.
Nun ja, ich selbst hätte gedacht, dass ich länger durchhalte. Einen Tag, wie erbärmlich das von mir sein muss. Der Selbstständigste bin ich noch nie gewesen. Wahrscheinlich ist es meinen Eltern noch nicht einmal aufgefallen, dass ich weg gewesen bin, wenn doch, würde es dann wieder zu einem Streit eskalieren, falls ich zurückkomme.
Man weiß es nicht.
Ich entscheide mich, dennoch wieder nach Hause zurückzukehren. Ich laufe zum Bahnhof zurück und kaufe mir schnellstmöglich eine Fahrkarte zurück. Nun, wo ich nun letztendlich im Zug sitze, wird mir klar, dass ich mir selbst eine Lehre mit diesem „Trip“ erteilt habe.
Man muss über die schlechten Dinge im Leben hinwegsehen oder sie mit Mut und Entschlossenheit überwinden. So werde ich auch zu Hause meinen Eltern entgegentreten und selbst, wenn sie auf mich sauer sind, nichts überstrapazieren. Ich denke, dass dieser, sagen wir mal, „Ausflug“ garantiert seine Vorteile für mich hatte und wer weiß, vielleicht hat mich diese Erfahrung etwas reifer werden lassen.