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10 Jahre Benin-Projekt am Erftgymnasium

Zweite Workshopwoche „afrika@erftgymnasium“ vermittelte ein vielfältiges Bild afrikanischer Kultur

Die diesjährige Workshopwoche vom 14. bis zum 19.09.2009 stand unter dem Motto „afrika@erftgymnasium“ als Zeichen für die zehnjährige Verbundenheit des Erftgymnasiums mit seinem Partnerland Benin auf dem afrikanischen Kontinent.

Nach dem großen Erfolg der ersten Workshopwoche 2007 fand in diesem Jahr erneut eine Woche voller Aktionen rund um den afrikanischen Kontinent statt. In Zusammenarbeit mit dem Verein Kinduku – Kulturen begegnen sich, Köln wurde es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, an einem umfangreichen Workshopangebot während der Projektwoche teilzunehmen.
 
Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte unter der Leitung von Frau Schwarz  beschäftigten sich mit der Rolle afrikanischer Soldaten im II. Weltkrieg, ein Thema, das vor allen Dingen von den ehemaligen Kolonialmächten lange Zeit verschwiegen und verdrängt wurde. Die Ergebnisse wurden in Verbindung mit einer Ausstellung, die vom Rheinischen Journalistenbüro/Recherche International e.V. erarbeitet wurde, zum Abschluss der Projektwoche am Fest der Begegnung im Pädagogischen Zentrum präsentiert.

Die katholische Bildungsstätte Anton-Heinen-Haus stellte dem Erftgymnasium seine Küche zur Verfügung, damit die Schüler lernen konnten, afrikanisch zu kochen. Unter der Leitung von Alphonsine Kayinamura probierten die Teilnehmer afrikanische Rezepte aus und ließen sich die Ergebnisse ihrer Kochkunst schmecken. 

 

Natürlich durfte auch der beliebte Trommelworkshop, in diesem Jahr unter der Leitung von Nana Ansong und Paply A. O. Akpo, nicht fehlen. Paply Akpo gelang es auch, den Schülerinnen und Schüler die Freude am afrikanischen Tanz zu vermitteln.

 

Georg Wißkirchen, der Leiter von Kinduku, gestaltete verschiedene Workshops: afrikanische Gospels im Musikunterricht, Märchen aus Afrika im Deutschunterricht, Ahnenverehrung, Palaverethik im Philosophieunterricht, Kirche und Gottesdienst in Ghana im Religionsunterricht, afrikanische Literatur im Englischunterricht, Schlitztrommelbau im Kunstunterricht.

 

Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem afrikanischen Film. Filme afrikanischer Regisseure wurden gezeigt. In Zusammenarbeit mit FilmInitiativ.köln gab es eine Vorstellung des Films „ouaga saga“, einer Komödie, die Alltagsgeschichten von Jugendlichen erzählt, die in einem ärmlichen Viertel von Ougadougou, der Hauptstadt von Bukina Faso, leben. „Ouaga saga ist eine Hommage an die Stadt Ougadougou und an ihre Liebe zum Kino… Es ist ein modernes und joviales Märchen, eine Einladung, ein wenig den Optimismus zu teilen.“ (Dani Kouyate, Regisseur)

Der Film Hyenes, die afrikanische Adaption von Dürrenmatts Bühnenstück „Der Besuch der alten Dame“, wurde im Deutschunterricht besprochen.

Des Weiteren stellte der Dokumentarfilmer Steffen Duevel seinen Film über den Genozid in Ruanda vor und berichtete dabei den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über seine Arbeit. In beeindruckenden Bildern stellt der Film die Frage, wie die Menschen in Ruanda über 10 Jahre nach dem millionenfachen Völkermord mit der Problematik der Schuld und der Verarbeitung dieser schrecklichen Ereignisse umgehen.

 

Die Medienwissenschaftlerinnen Julia Rieve und Patricia Eckermann untersuchten in ihrem Workshop zusammen mit den Schülern Stereotype von Schwarzen in deutschen Filmen und beschäftigten sich mit dem Thema Rassismus in der Alltagskultur. Dabei machten die Teilnehmer überraschende Erfahrungen. Es wurde deutlich, dass Menschen generell in Stereotypen denken, Erfahrungen in „Schubladen“ abspeichern, die bei Bedarf geöffnet werden, um den Alltag zu bewältigen. Dass man diese „Schubladen“ gerade häufig im Umgang mit Menschen anderer Hautfarbe bemüht, wurde sehr schnell durch die Analyse von Werbung und Ausschnitten aus deutschen Filmen, die in Afrika spielen, deutlich. Es wurde auch klar, dass die Macher von Werbung und Filmen ganz gezielt auf diese Stereotype zurückgreifen und sie einsetzen. Diese Mechanismen bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen, war das Ziel des Workshops und die angeregten Diskussionen zeigten, dass diese Thematik bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.

 

Am Freitag, dem 18.09. feierten die Schüler in St. Remigius im Rahmen des wöchentlichen Schulgottesdienstes einen afrikanischen Gottesdienst. Der Chor Kinduku sang mit den Teilnehmern afrikanische Gospels und machte etwas von der Freude spürbar, mit der Menschen in Afrika Gottesdienst erleben.

 

Frau Toda, die das Entwicklungshilfeprojekt im Benin leitet, war in diesem Jahr während der ganzen Woche anwesend  und ermöglichte den Schülern einen vertiefenden Einblick in ihre Arbeit im Benin und in ihre Erfahrungen in über 10 Jahren Entwicklungsarbeit. Dabei erklärte sie u.a. den Schülerinnen und Schülern die Grundlagen des Maskenbaus und führte sie in die kulturelle Bedeutung von Masken in Afrika ein.

 

Am 15.09. fand im Medio Rhein/Erft in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bergheim im dortigen Vortragssaal eine Lesung mit Frau Toda statt. Die Besucher zeigten sich sehr beeindruckt von ihrer Arbeit im Benin. So konnte Frau Toda in einem ihrer Texte anschaulich von den Anstrengungen beim Bau eines Dorfbrunnens erzählen. Außerdem stellte sie Auszüge aus ihrem neuesten Buch einem „Knigge für den Benin“ vor, in dem man nachlesen kann, wie man sich als europäischer Besucher des Landes so verhält, dass man die Würde der Menschen achtet.

 

Der 5. Wohltätigkeitslauf im Rahmen eines afrikanischen Festes am Samstag, dem 19.09.2009, bildete den  Abschluss der diesjährigen Projektwoche. An diesem Tag konnten auch Gäste Einblick in die Kultur Afrikas gewinnen und an Workshops teilnehmen. So wurde im Pädagogischen Zentrum getrommelt, auf dem Schulhof getanzt, afrikanische Frisuren geknüpft, Literatur aus Afrika vorgestellt und ein Adinkra-Workshop angeboten. Neben einem Auftritt des Schulchores unter Leitung von Herrn Jäger gab auch der deutsch-afrikanische Chor Kinduku ein Konzert.

 

Weitere Informationen unter entwicklungshilfe-westafrika.de