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50. Austausch mit unseren Partnerschulen in Chauny

Vom 24. November 2016 bis 2. Dezember 2016 war es wieder so weit. 25 SchülerInnen von den Lycées publics de Chauny und dem Collège Victor Hugo waren zu Gast in Bergheim. Hiervon waren 17 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren bei SchülerInnen der Klassen 7 bis 11 des Erftgymnasiums untergebracht. Neben dem Besuch des Unterrichts und der Arbeit an einem Projekt standen eine Stadtrallye in Bergheim und Ausflüge nach Düsseldorf und Bonn auf dem Programm.

Ein ganz besonderer Programmpunkt war natürlich der Festakt im Medio, den Französischlehrer und Koordinator des Austauschs, Torsten Bovians, zusammen mit seinem Kollegen vom Gutenberg Gymnasium, Rolf Höpfner, anlässlich des 50. Austauschs organisiert hatte. Die rund 350 Gäste, darunter Dr. Walter Hüls, Referent der Staatskanzlei in Düsseldorf, die Bürgermeisterin der Stadt Bergheim, Maria Pfordt, eine Delegation des Rathauses in Chauny, die für das Erftgymnasium zuständige Regierungsschuldirektorin der Bezirksregierung Köln, Margarete Radermacher, die Initiatorin des 1. Austauschs im Jahr 1967, Frau Krekel, die Vorsitzenden der Elternpflegschaften und Fördervereine sowie VertreterInnen der Kollegien der beiden Bergheimer Gymnasien, Eltern, ehemalige und aktuelle AutauschschülerInnen und Koordinatorinnen aus Frankreich und Deutschland bekamen in rund 90 Minuten ein buntes Programm geboten, zu denen mehrere Redebeiträge gehörten, die die Geschichte des Austauschs und die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft zum Thema hatten. Von der Ministerin des Landes für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann und dem Landesminister für Europa, Franz-Josef Lersch-Mense, wurden Grußworte verlesen.

Zahlreiche perfekt vorgetragene musikalische Auftritte und ein Sketch, die Musik- und FranzösischlehrerInnen sowie unser Schuleiter, Dr. Franz-Josef Hummelsheim mit ihren SchülerInnen einstudiert hatten, konnten das Publikum begeistern.

Ein Höhepunkt war die Übergabe einer Gedenktafel die die vier SchulleiterInnen durch die deutschen und französischen OrganisatorInnen des Austauschs auf der stimmungsvoll gestalteten Bühne.

Im Anschluss an die Feier gab es im Foyer des Medio einen Umtrunk, bei dem auf Ausstellwänden die Geschichte des Austauschs nachvollzogen werden konnte. (T. Bovians)

Hier gibt es weitere Bilder vom Festakt.

Von rechts: Jean-Louis Valentin, Schulleiter der Lycées publics de Chauny; Nathalie Oudin, Schulleiterin des Collège Victor Hugo; Stephan Thies, Schulleiter des Gutenberg Gymnasiums; Dr. Franz-Josef Hummelsheim, Schuleiter des Erftgymnasiums mit Laure Laure Bray und Béatrice Vassart, den Koordinatorinnen an den französischen Partnerschulen nach der Übergabe der Gedenktafeln.

Ein besonderer Austausch

2016  war ein besonderes Jahr des Austauschs. Es war der 50. Austausch zwischen den beiden deutschen Schulen, dem Gutenberg- und dem Erftgymnasium und den französischen Partnerschulen, dem  Collège Victor Hugo und dem Lycée Gay Lussac. Eine Woche davor bekamen wir die E-Mail Adressen der Franzosen. Nach einigen Problemen mit den Adressen haben wir uns direkt mit unseren Austauschpartnern in Kontakt gesetzt. Da ich einen Jungen als Austauschschüler hatte, war ich sehr aufgeregt, doch nach einigen Mails habe ich bemerkt, dass wir uns gut verstehen werden. Natürlich mussten wir ein extra Zimmer im Erdgeschoss für ihn frei räumen, was ein wenig umständlich war, denn ein Mädchen hätte einfach in meinem Zimmer geschlafen.
Am 24. November war es dann soweit: unsere französischen Austauschpartner kamen etwas verspätet am Aachener Tor an. Die Franzosen waren anfangs schüchtern, was verständlich war, denn für sie war es wie ein Sprung ins kalte Wasser. Wir hatten "Heimvorteil", wie es die Lehrer nannten. Als erstes nahmen wir unsere Austauschpartner mit nach Hause. Meine Eltern und ich zeigten meinem Austauschpartner sein Zimmer und ließen ihm etwas Zeit sich einzurichten und auszuruhen. Er brachte Geschenke für mich und meine Eltern mit. Es waren Karten und traditionelle Süßigkeiten aus Frankreich. Das war sehr freundlich.  Am Nachmittag hatte ich Tennis und mein Austauschschüler kam natürlich mit. 
Am nächsten Tag hatten wir die ersten beiden Stunden Unterricht zusammen. Danach gab es eine Führung durch die Schule, aber nur für die Franzosen und in der 5. Stunde startete die Stadtrallye durch Bergheim. Meine Freundin und ich haben eine Gruppe gebildet. Unsere Austauschpartner kannten sich noch nicht, doch recht schnell haben wir gesehen, dass sie gut miteinander auskamen. 
Am Wochenende haben meine Eltern und ich meinem Austauschschüler Köln gezeigt. Die Stadt stand dieses Jahr nicht im Programm der Schule und ist auf jeden Fall sehenswert. Dort haben wir uns mit Freunden aus meiner Klasse getroffen. Es kamen nicht nur Leute mit, die Austauschpartner zu Besuch hatten, sondern auch andere, selbst die, die Latein haben. Zusammen haben wir den Dom besichtigt, sind Schlittschuh gelaufen und haben auf zahlreichen Weihnachtsmärkten deutsche Spezialitäten gegessen. Am Sonntag sind wir mit einer großen Gruppe ins Phantasialand gefahren. Obwohl sich unsere Austauschpartner vorher nicht gekannt haben, haben sie sich sehr gut verstanden. 
Am Montag startete der erste schulische Ausflug. Meine Mutter gab mir und meinem Austauschpartner ein Lunchpaket mit. Der Ausflug begann mit einer Stadtführung durch Düsseldorf. Danach hatten wir Freizeit und wir trennten uns von unseren Austauschschülern, die mit ihren eigenen Freunden losgehen wollten. Am Ende des Tages besuchten wir die Firma "Teekanne" in Düsseldorf.
Der darauffolgende Tag war ein großer Tag, vor allem für unsere Lehrer die seit vielen Jahren den Austausch organisieren. Es gab eine Feier zu Ehren des 50. Austauschs im Medio. Dort nahmen nicht nur wir mit unseren Austauschpartnern, sondern auch alle anderen Schüler, die Französisch gewählt haben sowie zahlreiche Ehrengäste teil. Bei dieser Veranstaltung wurde nochmal deutlich wie besonders es ist, einen Austausch über  50 Jahre zu halten und wie besonders es ist, dass überhaupt die Möglichkeit geboten wird, mit echten Franzosen französisch zu sprechen und über ihre Kultur etwas zu lernen. Am Mittwoch ging es dann nach Bonn. Der Ausflug startete mit einer Stadtrallye. Die Freizeit verbrachten wir, anders als in Düsseldorf nun mit unseren Austauschschü-lern. Auf der Busfahrt zum Haus der Geschichte und wieder zurück nach Bergheim, saßen wir auch nicht mehr auf getrennten  Sitzen.
Am Donnerstag guckten die Franzosen einen Film, während wir Unterricht hatten. Am Nachmittag trafen wir uns, wie auch an vielen anderen Tagen mit Freunden die auch Austauschpartner hatten.
Schnell kam es zum letzten Tag des Austauschs, dem Freitag.  Anfangs verbrachten wir ihn damit, die Projektarbeiten die wir zusammen mit den Austauschschülern vorbereitet haben, vor zu stellen. Es waren viele bunte Plakate und Fotoalben mit zahlreichen Bildern von Ausflügen oder anderen Tagen. Dazwischen klebten eigenverfasste Texte auf französisch und deutsch. Leider mussten wir uns dann letztendlich verabschieden. Viele fingen an zu weinen und alle umarmten sich noch ein letztes Mal. Im Regen sahen wir dann winkend zu, wie der Bus sich langsam nach Frankreich zurückbegab. 
Der Austausch war ein tolles Erlebnis, welches nur zu empfehlen ist! Meine Freunde und ich freuen uns schon auf den März, wenn es dann endlich nach Frankreich zu unseren Gastfamilien geht und wir unsere Austauschpartner wieder sehen. 
Malwina Czajkowska (Klasse 9c)

Schüleraustausch mit Chauny: 33 Jahre Bergheim - Chauny und zurück

Zum Programm des Austauschs gehörte es auch, dass die deutschen Schüler mit ihren französischen Partnern am Unterricht der beiden Schulen - Collège Victor Hugo und Lycée Gay Lussac - teilnehmen. Welche Unterschiede sind ihnen aufgefallen ?

Hier einige Äußerungen aus den vergangenen Jahren:

"Die Schüler halten sich von 8.00 bis 16.00 oder sogar 17.00 Uhr in den Schulen auf. Nur am Mittwoch und Samstag sind die Nachmittage frei (und natürlich der Sonntag). Vormittags und nachmittags haben die Schüler drei oder vier verschiedene Fächer, und die Schulstunden dauern 55 Minuten.

In den Freistunden werden sie in den "Salles d'Etudes" von "surveillants" bewacht, die aufpassen, dass Ruhe herrscht und niemand ohne Erlaubnis das Schulgebäude verläßt.

Anders als in Deutschland essen sehr viele SchülerInnen in der Schulkantine. Nach der Mittagspause beginnt der Unterricht gegen 13:30 oder 14:00 Uhr.

Die SchülerInnen haben keine festen Klassenräume, wie es bei uns üblich ist, sondern sie wechseln nach jeder Stunde den Unterrichtsraum. Die Lehrer dagegen bleiben in ihrem Raum, der auch in den Sprachen wie ein Fachraum ausgestaltet ist. Die Klassen sind im Durchschnitt kleiner als bei uns (ca. 20 SchülerInnen). Auch gibt es im Lycée eine großee Abteilung mit Werkräumen, wo die SchülerInnen, die diese Form der Ausbildung wählen, neben dem theoretischen auch praktischen Unterricht haben.

Insgesamt fanden wir das deutsche Schulsystem besser, wir stellten fest, dass die meisten Lehrer strenger sind als bei uns. Auch werden mehr Arbeiten und Tests geschrieben. Die französischen SchülerInnen kamen uns ziemlich gestresst vor, zumal sie noch abends nach dem Unterricht Hausaufgaben zu erledigen haben.

Trotzdem hat es uns in Chauny gut gefallen, besonders wegen der freundlichen und herzlichen Aufnahme in den Gastfamilien, und wir möchten auch am nächsten Austausch teilnehmen."

S. Fröhlich, W. Jaster u.a

 

 

Austausch bedeutet Freundschaften zu schließen