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Mein Schüleraustausch in der französischsprachigen Schweiz

Gegen Mai 2006 bewarb ich mich bei der Bezirksregierung Düsseldorf um einen ca.2 Monate langen Schüleraustausch, mit einem französischsprachigen Schweizer aus der Nähe von Genf. Auf die Idee gebracht hatte mich mein Französischlehrer, der mir auch die nötigen Unterlagen besorgte. Ich bewarb mich, da ich nicht nur mein Französisch verbessern wollte, sondern vor allen Dingen, weil ich Lust hatte mal für längere Zeit was anderes als sonst immer zu machen.

Dann dauerte alles etwas länger. Im Juni erhielt ich endlich die Bestätigung, dass ich beim Austausch angenommen worden bin. Inzwischen hatte ich aber schon gedacht, dass ich nicht genommen worden bin und deshalb schon andere Sachen geplant, die ich dann absagen musste. In dieser Zeit tat es mir dann fast leid, dass ich mich für den Austausch angemeldet hatte. Ich bekam zum ersten mal einen Brief und Fotos von meinem Austauschschüler und seiner Familie. Ich fing dann doch immer mehr an, mir Sorgen zu machen, wegen dem, was ich in der Zeit, in der ich weg bin, alles verpassen könnte, und wie ich in der Schweiz zurechtkommen würde.

Dann, Anfang September, kam David, mein Austauschschüler zu mir. Meine Freunde, meine Mutter und natürlich ich, holten ihn am Bahnhof ab. Er wirkte sympathisch, hatte aber anfangs große Probleme mit uns zu sprechen oder er traute sich einfach nicht .

David ging mit mir in die Schule und wir hatten die meiste Zeit keine Probleme. Nur habe ich einen sehr vollen Wochenplan, sodass ich ihn zB. oft mit zum Fußballtraining nahm, was ihm auch gut gefiel. Ich konnte ihn aber schlecht mit in die Fahrschule oder zum Gitarrenunterricht nehmen und da hatte ich dann manchmal ein schlechtes Gewissen, dass er sich langweilt oder so, aber ich denke, dass das nicht nötig war. Als ich später in der Schweiz war, war ich froh, wenn ich mal was Zeit für mich hatte. Manchmal kam es auch vor, dass ich so gut wie keine Zeit für meine Hobbies oder meine Hausaufgaben hatte, da David immer irgendwas mit mir machen wollte und ich echt nur sehr selten Zeit für mich hatte.

Aber Alles in Allem verlief sein Aufenthalt hier sehr gut und nach zwei Monaten fuhr er, jetzt besser Deutsch-sprechend, zurück in die Schweiz.

Für mich lag aber noch der gesamte Aufenthalt in der Schweiz vor mir, auf den ich mich inzwischen freute. Am 27.Dezember nahm ich den Zug nach Neuchatel (Neuenburg), um dort ungefähr sieben Wochen zu verbringen. Die Zugfahrt war sehr schön, ich sprach mit vielen Leuten, und so langweilte ich mich keine der 7 Fahrtstunden.

Als ich zu Hause bei David angekommen war, war ich erstmal überrascht wie schön Neuchatel gelegen ist. Von meinem Zimmer aus konnte ich die Alpen und den Neuenburger See sehen.

In den nächsten Tagen haben wir, also David, ich, seine beiden Schwestern (15 und 13 Jahre alt) und Davids Eltern, sehr viel zusammen gemacht. Es waren ja noch Ferien und so hatten wir viel Zeit die Stadt zu besichtigen oder zB. Schlittschuhlaufen zu gehen. Ich war sehr überrascht, wie viel diese Familie zusammen macht (sie haben echt fast alles zusammen gemacht!) und konnte mir nicht vorstellen in einer solchen Familie zu leben, da ich auch öfters was mit meinen Freunden unternehme. Mir kam diese Verbundenheit in der Familie aber sehr entgegen, sodass ich schon bald fast wie ein Familienmitglied behandelt wurde.

Dann fing die Schule an, und alle hatten sehr viel zu tun. Ich kam in eine Klasse in der nur Französisch unterrichtet wurde und das 20 Sunden in der Woche. In dieser Klasse waren Australier, Thailänder, Russen usw., mit denen es viel Spaß machte sich zu unterhalten und von denen mir auch viele ans Herz gewachsen sind. In der Klasse waren aber auch noch 3 andere deutsche Austauschschüler, mit denen ich mich sehr gut angefreundet habe.

In der Schule habe ich aber auch mehrere richtige französisch sprechende Schweizer kennen gelernt, unter anderem sogar einen FC Köln Fan, der 2 Monate in Deutschland war und dort FC Fan geworden ist. Es hörte sich sehr lustig an, wenn er die FC Hymne gesungen hat.

Ich lernte auch mehrere Deutsch sprechende Schweizer kennen, mit denen ich dann regelmäßig Fußball spielen gegangen bin. Einer von ihnen trifft sich in den Sommerferien noch mal mit mir in Köln, da wir uns echt sehr gut verstanden haben.

Dann waren wir eine Woche in einem Skilager, das mir sehr gut gefallen hat. David war dort auch, aber ich habe nur relativ wenig mit ihm unternommen, da ich dort sehr viel mit Leuten aus anderen Klassen gemacht hab.

Insgesamt hat mir der Austausch sehr gut gefallen, vor allen Dingen wegen den kulturellen und sozialen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Positiv überrascht war ich, dass die Leute in der Schweiz nur sehr selten voreingenommen waren und somit Sprüche, wie dass ich ein Besucher aus dem Dritten Reich bin, nur sehr selten kamen. Auch habe ich mein Französisch verbessert, sodass ich hinterher relativ gut mit der Familie oder Schulkameraden reden konnte. Zu Hause hab ich eigentlich Nichts verpasst und zu Karneval war ich ja wieder zurück. Irgendwann vermisst man ja doch seine Freunde und Familie zu Hause. Ich würde jedem raten, einmal an einem solchen Austausch teilzunehmen.

 

Stefan Landmann