Schulrundgang | Sitemap | Anfahrt | Impressum | Kontakt

Notebook-Klassen am Erftgymnasium

Im Schuljahr 2006/07 haben wir als erste und bislang immer noch einzige Schule im Rhein-Erft-Kreis eine so genannte Notebook-Klasse bilden können. Mittlerweile ist das Projekt so erfolgreich und aus dem Schulalltag am Erftgymnasium nicht mehr wegzudenken, dass wir im Schuljahr 2011/12 bereits die sechste Notebookklasse einrichten konnten. Insgesamt sind fast alltäglich (bis auf einen notebookfreien Tag) rund 110 Geräte im Einsatz. Geräteprobleme und -ausfälle sind selten und können in meist sehr kurzer Zeit behoben werden. Zudem stehen einige Geräte als Reserve für Notfälle bereit.

Sie werden sich nun sicher fragen, was "Notebook-Klassen" sind und warum das Erftgymnasium sie eingeführt hat. Im Folgenden wollen wir Sie darüber informieren. In Grundzügen werden wir Ihnen auch darlegen, wie die Kinder in den Notebook-Klassen arbeiten, was sie lernen, welche Materialien wir einsetzen und wie wir die Abläufe organisieren.

Warum Notebook-Klassen?

Notebooks sind heutzutage aus dem Berufs- und Arbeitsle­ben sowie aus den meisten Studienzweigen gar nicht mehr wegzudenken. Und wenn die Schule auf das Leben vorbereiten soll, dann...

Viele werden sich aber fragen, ob denn die mittlerweile drei Computerräume am Erftgymnasium den Bedarf am Einsatz neuer Medien nicht hinreichend abdecken, zumal die allermeisten Kinder mittlerweile auch zu Hause "ihren" Computer haben, an dem sie oft stundenlang sitzen (wenn auch nicht nur arbeiten).

  • Grundsätzlich ist es wichtig, dass jeder einzelne Schüler (möglichst ständig) einen PC zur Verfügung hat und sich nicht zwei oder gar drei ein Gerät teilen müssen.
  • Ferner sollte es in der Schule und zu Hause das gleiche Gerät sein, auf dem alle erforderlichen Programme sowie alle selbst erstellten Materialien jederzeit abrufbar sind. Eine umständliche und Zeit raubende Zusammenführung der Daten entfällt. Der Austausch von Materialien über das schulische Netzwerk ist blitzschnell erledigt. Das beflügelt die Arbeitshaltung und den Grad der Identifizierung mit dem Gerät.

Notebooks und Lernen

  • Notebooks helfen, alle kommunikativen Wege in der Schule (und zu Hause) zu verbessern und zu beschleunigen. Sie ermöglichen arbeitsteilige Gruppen- und Projektarbeit, wobei der einzelne Schüler eigenverantwortlich handelt.
  • Kinder aus Notebook-Klassen erarbeiten den Lernstoff in der Regel motivierter, selbstständiger, schneller, umfassender, gründlicher und damit nachhaltiger.
  • Notebook-Klassen bieten individuellere Möglichkeiten eines schülerzentrierten und selbstgesteuerten Lernens und der handlungsorientierten Organisation des Lernens. Neben dem Lernergebnis steht auch der Lernprozess mit Methode und Medium und der Methodenreflexion viel stärker im Vordergrund.
  • Notebooks verhelfen zu besserem Lesen, schnellerem Erfassen von Sachverhalten, gerade auch im zunehmend wichtigeren Prozess der Informationsbeschaffung und -verarbeitung (vgl. Internet), zu breiterer Allgemeinbildung, zu höherwertigeren und umfangreicheren, besser strukturierten und formal anspruchsvolleren (Darstellung und Präsentation).

Wir halten den Einstieg ab Klasse 7 für vertretbar und richtig, wie unsere Erfahrungen und auch die an anderen Schulen eindrucksvoll bestätigt haben.

Welche Lerninhalte vermitteln wir?

  • Alle Notebook-Klassen bewältigen grundsätzlich den gleichen Lernstoff wie die Parallelklassen.
  • Sie nutzen dabei zusätzlich noch andere Möglichkeiten, Methoden und Medien. Der "Mehrwert" liegt pädagogisch, fachlich und methodisch in neuen Schlüsselqualifikationen, in der Verbindung der Fächer und des Fächer übergreifenden Arbeitens sowie in der sicheren Handhabung der Geräte- und Netzwerktechnik sowie der vielfältigen Software. Diese wird immer integrativ eingesetzt, d.h. in Verbindung mit fachlichen Inhalten und Methoden. Reine Software-Schulungen finden allenfalls marginal statt.
  • Es ist beabsichtigt, in den Hauptfächern D, M und E sowie in ausgewählten Nebenfächern ein spezielles schulinternes Notebook-Curriculum zu erstellen. Vorläufige Überlegungen dazu gibt es bereits.

Welche Materialien setzen wir ein?

  • Auf jedem Gerät sind die erforderlichen Programme (komplettes Office-Paket, Mindmanager, Browser, Player, Reader, fachspezifische Programme und Tools etc.) installiert. Auch ein schneller Internetzugang per DSL und WLAN (kabellos) steht zur Verfügung.
  • Das Notebook soll als normales Schreibgerät wie Füller oder Bleistift genutzt werden, zusätzlich als universelles Rechen- und Zeichnengerät, als Präsentationsmittel, als Gliederungs- und Ordnungsmittel, als Abspielgerät für Lernsoftware (CD, DVD) und als Mittel zur Informationsbeschaffung (Wörterbücher, Lexika, Internet).
  • Notebooks können einzelne Bücher bzw. eine Auswahl daraus (in Form eines digitalen PDF) zumindest zeitweise ersetzen, so dass nicht unbedingt mehr Gewicht in die Schule transportiert werden muss. Dennoch erhalten unsere SchülerInnen immer auch die Bücher zusätzlich als Druckausgabe.
  • Durch die häufige Nutzung in der Schule und für die Hausaufgaben ergibt sich nicht selten als angenehmer Nebeneffekt ein deutlicher Rückgang der "Spielleidenschaft", alleine in zeitlicher Hinsicht. Der Computer wird zunehmend als "Arbeitsgerät" verstanden statt als reines Motivationsinstrument. Ausnahmen bestätigen leider auch hier die Regel: Im Laufe der Projektarbeit zeigt sich gelegentlich, dass einzelne Kinder sich zu sehr und einseitig auf das Gerät und die Technik konzentrieren und verlassen als auf sich selbst. Sollte es sich herausstellen, dass ein Kind nicht für die Notebook-Arbeit in unserem Sinne geeignet ist, könnte es zu jeder Zeit wieder in eine Regelklasse wechseln.

Wie organisieren wir die Klassen?

  • In Notebook-Klassen unterrichten nach Möglichkeit vor allem Lehrer, die sich mit dem Computer schon gut auskennen und die wichtigsten Programme beherrschen. Aber auch sie werden weiter lernfähig sein und sich den neuen Herausforderungen stellen müssen und wollen.
  • Der Unterricht wird ein wenig anders organisiert als in den Parallelklassen. Es gibt häufiger Blockungen (Doppelstunden, Workshops, Projekttage), um die Effizienz des Einsatzes zu erhöhen.
  • Der tägliche Notebook-Anteil wird in Ausnahmefällen auch mal bis an die Leistungsgrenzen der Akkus gehen, meist aber auf etwa 2-4 Stunden beschränkt bleiben (plus nachmittags bis zu ca. einer Stunde). Insgesamt gehen wir von rund 12 Wochenstunden schulischer Nutzung aus.
  •  Verschließbare Schränke ergänzen die "Hardware". Sie können genutzt werden, wenn das Notebook nicht benötigt wird.

"Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob wir das dürfen, sondern ob wir es unterlassen dürfen." (O-Ton Michael Kerber, stellvertretender Schulleiter an einem Gütersloher Gymnasium) - Wir sind gespannt, ob Sie als Eltern diese Ansicht teilen und gegebenenfalls Interesse haben, Ihr Kind zur Notebook-Klasse anzumelden. Wir freuen uns darauf!

Kann jedes Kind am Projekt teilnehmen?

Grundsätzlich ja.

  • Das Profil soll weitgehend einer "normalen" Klasse entsprechen. Das Notebook-Projekt ist kein "Eliteprojekt". Deshalb sollen auch bislang lernschwächere Kindern durchaus die Möglichkeit einer Aufnahme erhalten können, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Versetzung sollte allerdings bislang nicht gefährdet gewesen sein. Sonst ist das Risiko des Scheiterns zu hoch.
  • Gerade in den vier Fächern der Fächergruppe I (D, M, 1. und 2. FS) erwarten wir als Mindestleistung in der Regel einen Schnitt von wenigstens 3,5 sowie kein Mangelhaft, damit die finanziellen Risiken für die Anschaffung des Geräts vertretbar bleiben.
  • Da für Notebook-Klassen besondere Anforderungen an Selbstdisziplin, Selbstverantwortung und Sorgfalt gelegt werden müssen, sollte das angemeldete Kind in der Erprobungsstufe nicht "verhaltensauffällig" gewesen sein. Wir befragen dazu immer auch die KlassenleiterInnen.
  • Wir möchten allen Kindern, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, die intensive Teilhabe an den neuen technischen Medien ermöglichen und gewähren in besonderen Fällen Zuschüsse bzw. eine Zahlung in festen monatlichen Raten. Das verstehen wir als unseren Beitrag zur Chancengleichheit. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir notfalls relativ enge Maßstäbe bei der Überprüfung der Bedürftigkeit anlegen müssen, auch um eine missbräuchliche Nutzung finanzieller Unterstützungen zu Lasten Dritter zu verhindern.

Die erste Notebook-Klasse am Erftgymnasium

Die Notebook-Klasse bei der Arbeit

Eine Schülerin präsentiert das von ihr Erarbeitete per Beamer vom Lehrerarbeitsplatz aus

Die verschließbaren Notebook-Schränke erlauben eine sichere Aufbewahrung der Geräte und des Zubehörs während einer notebookfreien Unterrichtsstunde (z.B. Sport)

Jedes Kind hat sowohl einen Einzeltisch als auch einen höhenverstellbaren Bürostuhl, damit ist optimales ergonomisches Arbeiten gewährleistet