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Richtig schlapp vom Qualmen

VON RALPH JANSEN

 

Von wegen „Fit wie ein Turnschuh“ - der alte Schlappen auf dem Plakat sieht völlig zerrupft aus. Die aufgerissene Sohle hält noch locker eine Zigarette auf dem Zahn. Zu allem Überfluss quellen ihm die Augen auch noch glubschig aus dem Turnschuhgesicht. „Heute geraucht - morgen verbraucht“ steht über dem verrauchten Turnschuh. Da sieht man, wohin die Sucht führt. So sahen es auch die Mitglieder der städtischen Jury, die den Plakatentwurf mit dem qualmenden Turnschuh auf den ersten Platz des Motivwettbewerbes für Bergheimer Jugendliche ab 14 Jahren setzte. Das Bild wird den Jugendschutzkalender 2008 der Stadt zieren. Seine geistigen Väter und Mütter stammen aus der Bergheimer Erich-Kästner-Hauptschule. Im Kunstunterricht hatten die Jungen und Mädchen der achten Klasse im Oktober und November die Köpfe rauchen lassen.

Gestern Morgen verlieh Bürgermeisterin Maria Pfordt mit Sylvia Esser und Robert Vercoulen vom Jugendamt die Preise für den Wettbewerb im Sitzungssaal des Rathauses. Als der Entwurf der Hauptschüler nach einem Trommelwirbel enthüllt wurde, sprangen die Jungen und Mädchen auf und jubelten. Als Sieger bekommen sie einen erlebnispädagogischen Tag für 25 Personen im Paffendorfer Wäldchen mit Bogenschießen, Lagerfeuer, Niederseilparcours und Grillen.

Auf dem zweiten Platz landete die 11. und 12. Jahrgangsstufe des Erftgymnasiums, die mit einem grafisch sehr ausgefeilten Entwurf herausragten. Von einem jungen Mädchen, das cool an einer Zigarette zieht, bleibt auf der anderen Seite des Plakates nur noch eine Schirmmütze in einem Aschenbecher. Dafür lobte die Stadt mit der Drogenhilfe Köln einen ganztägigen Fitnesskurs in einem Bergheimer Sportstudio für 25 Schüler aus.

Auf dem dritten Rang landeten Zwölftklässlerinnen des Bergheimer Berufskollegs. Sie hatten sich vor und nach dem Genuss von Zigaretten fotografiert - auf dem „Nachher-Foto“ reichlich schlapp mit geschminkten Ringen unter den Augen. Für diese Klasse gab es eine Kanu-Tour auf der Erft. Zusätzlich zu den Preisen sollen die Entwürfe der Schüler auch noch die Drucksachen der Bergheimer Drogenberatungsstelle zieren, versprach deren Leiterin Jutta Göpel.

 

Kölner Stadt-Anzeiger 13.12.07